14.11. 2020- 9:00 Uhr
Ankommen mit Ally
Heute kamen auf unserem Hof drei Neuzugänge an. Alle stammen von dem Zuchtstall Moorwiesen und kamen am Morgen zu uns. Als ich zusammen mit Amy die Klappe des Transporters öffnete schaute mich Scherzschmerz neugierig an. Problemlos ließ sich der Hengst aus dem Anhänger holen und ging brav mit mir zum Putzplatz. Nachdem ich auch die beiden Stuten aus dem anderen Anhänger geholt hatte und zum Putzplatz gebracht hatte, ließ ich Amy noch das geschäftliche über nehmen. Ich kümmerte mich in der Zeit um die Pferde, diese würden die ersten 2-3 Tage in der Box verbringen und danach neben die jeweiligen Herden, bis sie sich aneinander gewöhnt haben. Dann dürfen sie bei die anderen und Calido hat mit Scherzschmerz einen Koppelkumpel. Bevor ich allerdings die Pferdchen in die Boxen brachte wollte ich sie noch einmal putzen. Schnell ging ich Putzkoffer holen und begann mit Scherzschmerz, für ihn muss ich mir auch noch einen Spitznamen überlegen. Der Hengst ließ die ganze Putzprozedur über sich ergehen und hob ab und an interessiert den Kopf. Als ich fertig war und ihn in seine Box brachte kam gerade Felix um die Ecke geflitzt und begrüßte mich, also er mich seit Jahren nicht gesehen hätte. Kurz hielt ich die Luft an, doch Scherzschmerzs Augen leuchteten bei dem Anblick von Felix auf. Langsam streckte er seinen Hals und stupste den Hund sanft mit seinem Maul an. Felix sah den Hengst kurz regungslos an und trabte Dan zu ihn in die Box, wo er erst einmal an den Beinen des Pferdes schnupperte und sich dann wieder dem Kopf des Tieres zuwante. Japp, hier hatten sich zwei gesucht und gefunden. Nach 10 Minuten schmusen nahm ich Felix mit aus der Box und kümmerte mich um die anderen Pferde. Scherzschmerz durfte sich den ganzen restlichen Tag ausruhen.
17.11.2020-18:44 Uhr
Erste "Reitstunde" mit Ally
Am heutigen Abend beschloss ich unseren neuen Hengst zu reiten und nahm ihn aus seiner Box. Drei Tage Ausruhzeit schien Scherzschmerz fast viel zu viel zu sein, denn schon während ich ihn an den Putzplatz brachte spürte ich, dass er sich beherrschen musste um mit seinen langen Beinen nicht schneller als ich zu gehen. Lächelnd band ich den Hengst an und begann ihn zu putzen. Irgendwann kam Felix angelaufen, der sich riesig freute, dass er seinen neuen besten Freund wiedersehen konnte, ohne das eine Holzwand sie abtrennte. Auf Scherzschmerz wieherte erfreut und begrüßte den Hund freudig. Auf dem Weg zur Sattelkammer begegnete ich Amy und zusammen nahmen wir Sattel und Trense um den Hengst fertig zu machen. Einfach zur seelischen und generellen Unterstützung hatte ich Amy gefragt, ob sie die ersten reitversuche beaufsichtigen würde. So gingen wir dann zu dritt in die Halle, Felix musste leider draußen bleiben, denn wir wollen ja nicht, das er versehentlich umgelaufen wird. Als ich aufgestiegen war, schaute ich mich einmal um und wow, ich war lange nicht mehr auf einem so großen Pferd gewesen. Ich musste wohl ziemlich verdutz geschaut haben, denn am Boden lachte Amy und insgeheim fragte ich mich warum ich sie wieder dabei geholt hatte. Los ging es im Schritt. Die Gänge von Scherzschmerz waren raumgreifend und schwungvoll, aber trotzdem sehr gut und angenehm zu sitzen. Ab und an hörte ich Amy über meinen Sitz meckern, während ich Handwechsel und Bahnfiguren ritt, die sie mir auch vorgab. Ich fühlte mich wirklich wie in einer Reitstunde früher. Antraben durfte ich erst, als mein Sitz perfekt war und ich laut Amy "nicht mehr so viel wackelte". Leichttrabet schwebten wir über den Sand und ich ließ mich wie auch im Schritt von Amy durch die Halle navigieren. Scherzschmerz lief sauber und brav am Zügel, er schäumte nur etwas. Amy korrigierte mich noch etwas und ließ mich dann aussitzen. Weiter ging es in dem Programm und zwar mit Leichtem Sitz (Jagdsitz). Als ich auch hier das ganze Prozedere durchgestanden hatte, durfte ich galoppieren. Schritt und Trab waren bei dem Hengst ja schon himmlisch, aber der Galopp war ein einziger Traum. Amy ließ mich etwas galoppieren und dann die Hand wechseln. Auch hier galoppierten wir, bevor es dann schon leider wieder zum abreiten ging. Am Putzplatz gab ich Scherzschmerz sein Futter und brachte ihn zurück in die Box wo er sich aus ruhen konnte, denn morgen ging es für die Neuen ab auf die abgesteckten Koppeln, in die Nähe der anderen Pferde.
20.11.2020- 7:45 Uhr
Stangenarbeit mit Ally
Selbst wenn ich es selbst oft genug vergesse, muss ich es trotzdem jetzt noch einmal erwähnen: Scherzi ist weder im Springen, noch in der Dressur, noch im VS ausgebildet. Er befindet sich lediglich auf einem soliden Grundniveau und deshalb dürfen wir es auch in Richtung Dressur und Springtraining nicht übertreiben. Nachdem ich Scherzschmerz geputzt hatte, nahm ich mir einen Kappzaum und zog ihn ihm an. Dann nahm ich mir noch das Robe von Classy`s Horsemanship und befestigte es am Halfter. Zusammen gingen wir in die Halle. Dort hatte ich schon einen Slalomparcours und Trabstangen aufgebaut. Zum Warm werden entschloss ich mich aber kurzfristig dazu Scherzi zu longieren. Ein paar Drehwürmer später konnten wir mit dem "Training" beginnen. Im Schritt ging es um die Hütchen und dann über die Trabstangen. Scherzschmerz passte seine Schritte perfekt an die Stangen an und um die Hüttchen lief er schön und flüssig. Nach einigen Durchgängen lobte ich ihn und steckte ihm eine Erdnuss zu. Weiter ging es im Trab zuerst schaute mich der Hengst verwirrt an, als ich einfach los rannte, doch er folgte mir und wieherte glücklich. Um die Slaloms ging es etwas chaotisch und zwei der Hütchen mussten daran glauben, doch Scherzi konnte einfach nichts mehr halten , kurz vor den Stangen sammelte er scih zwar wieder aber über die letzte machte er einen glücklichen Hüpfer. Lachend lief ich noch einige Runden mit ihm und sah zu wie der Hengst siech streckte und einfach mal Pferd war. Schwer schnaufend standen wir beide am Ende in der Hallenmitte, doch wir beide hatten ein Lächeln in den Augen. Sanft stupste mich der Hengst an und ich ließ ihn noch kurz frei laufen, während ich abbaute. Dann ging es zum putzplatz und zum Essen. Danach durfte der Hengst auf die Koppel, wo er schon von Felix erwartet wurde.